Blog-Wohn-Kultur-Cucula-Refugees-Company-for-Crafts-and-Design-Oranienplatz-Berlin

Von Flüchtlingen für alle! Cucula-Stuhl auf dem Berliner Oranienplatz (© Cucula)

Cucula: soziales Designprojekt

Cucula bedeutet auf Hausa “zusammenbringen” und “aufeinander aufpassen”. Cucula ist auch ein Berliner Projekt – der volle Titel lautet “Refugees Company for Crafts and Design”. Das Team setzt sich aus Trainees mit Flüchtlingsstatus, Designern und Sozialarbeitern zusammen, gemeinsam haben sie eine Firma gegründet, die es den Teilnehmern ermöglichen soll, unabhängig zu lernen, zu arbeiten und zu leben.

Cucula: Design und soziales Engagement

Die Flüchtlinge – fünf junge Männer – kommen aus West-Zentralafrika und haben den eigentlich unvorstellbaren Weg über das Mittelmeer nach Lampedusa und bis nach Berlin geschafft. Cucula soll eine realistische Zunkunftsperspektive sein – ihr Ausdrucksmittel, das Design von Möbeln, verbindet dabei Handwerk und Kreativität und scheint in einer Stadt wie Berlin einfach nur folgerichtig. Zu sehen waren ihre Entwürfe mittlerweile im Rahmen der Mailänder Möbelwoche und auf der Berliner DMY 2014.

Blog-Wohn-Kultur-Cucula-Refugees-Company-for-Crafts-and-Design-Team

Das Team von Cucula in Berlin (© Cucula)

Design-Vorbild Enzo Mari

Inspiriert wurde Cucula durch Enzo Mari, einen der großen italienischen Designer des 20. Jahrhunderts. Die Selbstbau-Möbel seiner “autoprogettazione?”-Serie kritisieren Formalismus im Design – und den Kapitalismus der Gesellschaft. Jeder sollte in die Lage versetzt werden, die Sessel, Bänke und Tische zu Hause nachzubauen – dahinter stecken sowohl ein Emanzipationsgedanke als auch der Anspruch, gestalterische Design-Bildung zu transportieren. Bei Cucula erweitert man nun Maris Vorbild um eigene Design-Vorstellungen und Gestaltungsansätze. Dass es bei Cucula nicht nur um soziale Verantwortung, sondern eben auch um Design geht, zeigt die Tatsache, dass Enzo Mari die Initiative unterstützt: Er stellt Cucula die Rechte am Nachbau und Verkauf seiner “autoprogettazione?”-Möbel zur Verfügung.

Blog-Wohn-Kultur-Cucula-Refugees-Company-for-Crafts-and-Design-Mailand

Die Möbel von Cucula auf der Mailänder Möbelwoche 2014 (© Cucula)

Es ist eine gute Sache. Das Cucula-Projekt, das nach einer Zeit im Protestcamp auf dem Berliner Oranienplatz nun eine Heimat im internationalen JugendKunst- und Kulturhaus Schlesische27 in Kreuzberg gefunden hat, biedert sich nicht an, die Macher scheinen professionell genug, nicht das menschliche Leid in den Vodergrund zu rücken, das doch hinter all dem stecken muss. Das ist sympathisch – und bringt mich noch mehr zum Nachdenken, als es jeder Appell getan hätte.

2 Gedanken zu „Cucula: soziales Designprojekt

  1. angelika ezzeldin

    Liebes Cucula-Team,
    euer Projekt ist großartig und ich wünsche euch das Beste!
    Meine Frage: Könntet ihr mir ein Bett bauen? Einfaches Design, 2m lang, 1,20 m breit und 40 cm hoch?

    Meine besten Wünsche und freundliche Grüße, Angelika Ezzeldin

    Antworten
    1. jschubert Artikelautor

      Liebe Frau Ezzeldin,
      schön, dass Ihnen das Projekt gefällt. Da ich in diesem Blog-Beitrag nur über das Projekt berichte, mit ihm aber sonst nicht verbunden bin, wenden Sie sich doch mit einer konkreten Anfrage am besten direkt an Cucula: http://cucula.org/contact/, info@cucula.org
      Viele Grüße
      Josefine Schubert

      Antworten

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *